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STEPHAN BRIEM  | RECHTSANWALT GmbH

VW-Diesel-Affäre

 

Die Volkswagen AG hat in einer Ad-hoc-Mitteilung vom 22.09.2015 informiert, dass die US-Behörden CARB (California Air Ressource Board) und EPA (Environmental Protection Agency) die Öffentlichkeit in den USA informiert haben, dass bei Abgastests an Fahrzeugen mit Dieselmotoren des Volkswagen-Konzerns Manipulationen festgestellt worden sind und damit gegen amerikanische Umweltgesetze verstoßen worden ist. 

 

Am 22.09.2015 informierte die Volkswagen AG die Öffentlichkeit über eine Ad-hoc-Mitteilung, dass weltweilt rund elf Millionen Fahrzeuge vom Typ EA 189 von der "Diesel-Thematik" betroffen sind. 

 

Wer ist betroffen?

 

Weltweit wurden elf Millionen Fahrzeuge mit der Abschalteinrichtung ("defeat device") ausgeliefert. In Österreich sind 363.400 Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit der manipulierten Software ausgeliefert worden. Betroffen sind Fahrzeuge mit dem Motor Typ EA 189 2.0 TDI, 1.6 TDI, 1.2 TDI der Baujahre 2008 - 2015. Bei diesen Fahrzeugen war die Einhaltung der Euro 5-Abgasnorm zugesichert. 

 

Sie können unter folgenden Links unter Eingabe Ihrer Fahrzeugidentifizierungsnummer (FIN), unter E im Zulassungsschein eingetragen, überprüfen, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist:

 

Volkswagen

Audi

Seat

Skoda

 

Welche Ansprüche bestehen?

 

Das hängt davon ab, ob das manipulierte Fahrzeuge neu oder gebracht gekauft worden ist.

 

Neufahrzeug innerhalb der zweijährigen Gewährleistungsfrist:

 

Anspruch auf Behebung der Abgasmanipulation. Die Behebung des Schadens darf zu keinen zusätzlichen Kosten des Fahrzeughalters führen. Auch eine "Behebung", die zu einer Leistungsminderung oder Verbrauchserhöhung führt, muss nicht akzeptiert werden. Diesfalls besteht ein Anspruch auf Preisminderung oder wenn der Schaden unbehebbar ist, auf Wandlung (Rückabwicklung des Kaufes).

 

Neufahrzeug nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistungsfrist aber innerhalb einer dreijährigen Frist:

Anfechtung des Kaufvertrages wegen veranlassten Irrtums über ein wesentliches Merkmal des gekauften Fahrzeugs.

 

Neufahrzeug nach Ablauf der dreijährigen Irrtumsanfechtungsfrist:

Anfechtung des Kaufvertrages wegen Arglist oder Geltendmachung von Schadenersatz wegen erhöhten Verbrauchs und gesunkenen Wiederverkaufswerts. Achtung: Der Schadenersatzanspruch verjährt innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis des Schadens, des Schädiger und des Kausalverlaufs. Da die Volkswagen AG am 22.09.2015 die Öffentlichkeit über eine Ad-hoc-Mitteilung darüber informiert hat, dass weltweilt rund elf Millionen Fahrzeuge vom Typ EA 189 von der "Diesel-Thematik" betroffen sind, verjähren die Schadenersatzansprüche gegen die VW AG am 22.09.2018. 

 

Gebrauchtfahrzeuge:

Geltendmachung von Schadenersatz wegen erhöhten Verbrauchs und gesunkenen Wiederverkaufswerts ("merkantiler Minderwert"). 

 

Muss die Behebung des Mangels geduldet werden?

 

Grundsätzlich ja. Wenn diese jedoch zu einer Leistungsminderung oder Verbrauchserhöhung führt, so muss der Käufer dies nicht akzeptieren und kann die Rückabwicklung des Kaufvertrages verlangen.

 

Wie lange kann Schadenersatz verlangt werden?

 

Schadenersatz kann innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis des Schadens, des Schädiger und des Ursachenzusammenhangs verlangt werden. Da die Abgasmanipulation am 20.09.2015 von Volkswagen bekanntgemacht worden ist, läuft ab diesem Zeitpunkt die dreijährige Verjährungsfrist. Diese Ansprüche werden somit am 22.09.2018 verjähren.

 

Übernimmt meine Rechtschutzversicherung die Deckung der Rechtsverfolgungskosten?

 

Das hängt von der jeweiligen Polizze ab. Da es sich um einen Gewährleistungs-/Schadenersatzfall handelt, sollte gewöhnlicherweise Rechtsschutz-deckung gewährt werden.

 

Wenn Sie von der Abgasmanipulation als Autokäufer oder Leasingnehmer betroffen sind, so vereinbaren Sie unter 01/966 93 73 einen Beratungstermin oder senden Sie Ihre Anfrage an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it..


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